WALDPOESIE


Hier findest du, was ich im Wald 
geschenkt bekommen habe. 
Es sind Einfälle und Einsichten,
verdichtet als Poesie.

Vielleicht sind sie auch für dich ein Geschenk.



zum Waldbad

corona

du krönung

kriechst in die ritzen

die dunklen

 

lehrmeisterin

des alten 

des neuen






*





corona 

du königreich

 

nährboden der begegnung

im innersten

wo nur noch wesentliches platz nimmt







*





corona

du krone

 

zwingst uns

selbst wieder königin zu sein

 

die medien 

unsere untertanen

die wissenschaft 

unsere diener

wir selbst

die königinnen







*





corona

du königin

 

schenkst uns todesnähe

schenkst uns das volle leben

 

so verneige ich mich vor dir

in dankbarkeit 







*




corona

du königin

 

konfrontierst

begrenzt

und wartest darauf

dass wir darüber hinaus

wachsen 






*




corona

du krone

 

so vielfach

so klein

möchtest am liebsten

nicht beachtet sein






*





expertenwissen

von hoch oben

strürzt auf mich ein

 

in den trümmern

erst recht wieder

mich selbst aufgebaut






*




es ist die achtsamkeit
die den augenblick
mit der ewigkeit verbindet






*




des herbstes gold liegt uns zu füßen
ich habe es funkeln gesehen, als ich ihm dankte




*





und grüner edelhauch
säumte die stämme
wie nur sonne und moos
ihn erscheinen lassen können

in grün
so erhaben wie gold





*





lebe
die liebesgeschichte
mit deinem vollkommenen 
sein




*




wald
in dir
das wachstum
die vergänglichkeit




*




je tiefer 
ich mich
in mir
verliere

umso näher
bin ich
meinem
sein




*




nur
das licht 
von ganz oben
wirft 
keine schatten




*





weil blätter tanzen
wenn tropfen darauf landen





*




lasst uns teilhaben ihr pflanzen
an der  hingabe an die verwirklichung
eures ureigensten plans
unausweichlich der bestimmung nach
verbunden mit allem seienden
für die dauer des bewusstseins




*




nur in der umarmung 
der gegensätze
sind wir
ganz




*




alles
alles ist
alles ist immer
alles ist immer schon
alles ist immer schon beides




*




wer sagt denn  
dass das leise besser ist als das laute?   
dass das reiche besser ist als das arme?
dass der friede besser ist als der krieg?
dass das gute besser ist als das böse?
dass das leben besser ist als der tod?
alles ist immer schon beides




*




wenn du näher 
kommst
verdichtet sich der raum 
zwischen uns




*




so kurzsichtig ist keiner
als dass er in der nähe 
alles überblickt




*





der urteilsfreie raum
entsteht 
in dem moment in dem ich 
selber 
aufhöre zu urteilen




*




und bei aller schwere
tanzt das herz




*




das jetzt
ist das weiße blatt
das beschrieben werden will




*




und wenn du wieder einmal
durch die straßen gehst mit einer clownnase im gesicht
und du dir gedanken machst 
was die anderen wohl denken
dann bedenke auch diejenigen
die sich über dich freuen




*




heut haben die blätter getanzt
regentropfen spielten die musik




*




was ich vom reiher lernte
dass nicht ich der schrecken bin
dass er es ist der sich vor mir schreckt




*




bin wie der reiher
der neugierig das andere näherkommen lässt
um dann
im letzten moment
abzuhaun




*




im tosen und treiben 
da fehlt es eben
das blühende leben




*




der rand der gesellschaft
ist immer noch mitten im universum




*




und 
schichten
schichten
schichten
halten 
dein 
licht
bedeckt




*




das getöse des verstandes
löscht es aus
das licht in mir
das licht in dir




*






in der ruhe bleiben und ausdruck finden
in der liebe bleiben und grenzen ziehen
im tun sein und nichts erschaffen





*




komm herein 
in die hülle der geborgenheit
hier darfst du bleiben
sie ist




*




da hat die angst 
keine chance
selbst wenn du 
sie erkennen kannst
durch die glasklare hülle
der geborgenheit





*




hinein in die häuser
die wäme 
das licht
tief drinnen in mir
da wunderglitzert 
wundert was
oh wie glitzert das
oh wie glitzert das




*




wenn du dich 
gegen den frohsinn
nicht mehr wehren kannst
dann ist der frühling 
stärker als du




*




der schatz in mir
ist der schatz in dir
lüfte ich meinen schatz
lüfte ich deinen schatz
oh wie wird es funkeln
oh wie wird es hell




*




tage 
über denen 
glückseligkeit schwebt
einfach so 
im zauber 
der sprossen
des frühlings




*




hat sich heute wieder mal in selbstliebe geübt
ist versunken in der wohlig warmen decke
das braucht der mensch ohne mutter




*




machmal
hole ich mir
den tod her
ganz nah
und fühle mich 
lebendig
wie sonst nicht




*





bring sie 
zum blühen
die blumen 
deiner seele
hege und pflege sie




*





lass sprudeln
was deiner seele entspringt
sie kennt den wettbewerb nicht




*




und wenn sie dann
zusammenstehen
so eng 
dass keine luft mehr durchkommt
halte ich den himmel über mir





*





worte 
die verschütteten
die quelle des lichts





jetzt
komme ich
näher 
zu mir
jetzt 
wo alles
rauskommt




meine gedanken
gefrorenes licht
in einem bücherregal




und wenn der zeigefinger 
nicht mehr auf die anderen sich richtet
dann sind wir angekommen bei uns selbst





und wenn meine gedanken sich überschlagen
einer nach dem anderen
dann fängt ein gedicht sie wieder ein






ein gedicht
keinem algorhythmus entsprungen
ein geschenk des himmels durch mich
schält sich aus meiner seele





wohin geht
die rührende unschuld des anfangs
im laufe der zeit
vermag es denn keiner 
zu ihr zurück






und wenn dann die rosen überm see liegen
und die lichterperlen sich zu bewegen beginnen
dann hole ich den pelz und hülle mich ein





was ich sage
unterlegt dein ohr
mit einer melodie
vergiss das nie
wenn du mir zuhörst





selbst 
wenn ich nackt bin
siehst du mich 
in dem licht
das du auf mich wirfst






in völliger ruhe
den moment erwischen
glück